Nina Maria Küchler

490,00 €

BND Berlin aus der Serie „Fake Palm Trees“, 2020

Ilford Print ungerahmt, Fotografie aufgezogen

Edition 10 plus 1 AP, 50 × 70 cm

Die Fotografien der „Fake Palm Trees“ Serie (seit 2020) zeigen künstliche Palmen im Stadtraum.

Um Sende-Masten besser in ihr Umfeld einzupassen, werden die Pfähle verkleidet, zum Beispiel als Palmen. Meist ragen sie höher hinauf als die meisten echten Bäume, aber trotzdem sind manche der Antennenbäume erst auf den zweiten Blick zu erkennen. Der erste als Palme getarnte Mobilfunkmast ist 1996 in Kapstadt errichtet worden, im Westen der USA sind sie im Stadtbild allgegenwärtig. Die portraitierte Palme vor dem BND Gebäude in Berlin kann zusätzlich als Referenz auf Abhörmethoden gelesen werden.

Die Stadt Gibellina in Sizilien wurde Ende der 60er Jahre durch ein Erdbeben vollkommen zerstört. Abseits der Ruinen wurde in einer Entfernung von etwa 10 km eine neue Stadt errichtet. In den 1980er Jahren entstand die Planstadt Gibellina Nuova. Zahlreiche internationale Architekten und Künstler unterstützten die Neugründung und stifteten Kunstwerke. Die Künstler entwarfen sie als „ideale Stadt“, ein visionäres Projekt. Entstanden ist eine riesige Sammlung von zeitgenössischer Kunst, 55 Skulpturen und architektonische Monumente sind über den ganzen Ort verteilt. So ist das neue Gibellina heute der italienische Ort mit der höchsten Dichte an moderner Kunst in seinen Straßen und Plätzen. Die Bevölkerung fühlt sich in dem modernen, weiträumigen Stadtraum jedoch nicht wirklich wohl: Für 50.000 Einwohner geplant, leben heute in der Stadt nur knapp 4.000 Menschen. Einzelne Bereiche von Gibellina stehen leer und verfallen bereits. Die portraitierte Palme steht als Skulptur vor dem Museum der Stadt, wo auch die Verwitterung schon erkennbar ist.

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BND Berlin aus der Serie „Fake Palm Trees“, 2020

Ilford Print ungerahmt, Fotografie aufgezogen

Edition 10 plus 1 AP, 50 × 70 cm

Die Fotografien der „Fake Palm Trees“ Serie (seit 2020) zeigen künstliche Palmen im Stadtraum.

Um Sende-Masten besser in ihr Umfeld einzupassen, werden die Pfähle verkleidet, zum Beispiel als Palmen. Meist ragen sie höher hinauf als die meisten echten Bäume, aber trotzdem sind manche der Antennenbäume erst auf den zweiten Blick zu erkennen. Der erste als Palme getarnte Mobilfunkmast ist 1996 in Kapstadt errichtet worden, im Westen der USA sind sie im Stadtbild allgegenwärtig. Die portraitierte Palme vor dem BND Gebäude in Berlin kann zusätzlich als Referenz auf Abhörmethoden gelesen werden.

Die Stadt Gibellina in Sizilien wurde Ende der 60er Jahre durch ein Erdbeben vollkommen zerstört. Abseits der Ruinen wurde in einer Entfernung von etwa 10 km eine neue Stadt errichtet. In den 1980er Jahren entstand die Planstadt Gibellina Nuova. Zahlreiche internationale Architekten und Künstler unterstützten die Neugründung und stifteten Kunstwerke. Die Künstler entwarfen sie als „ideale Stadt“, ein visionäres Projekt. Entstanden ist eine riesige Sammlung von zeitgenössischer Kunst, 55 Skulpturen und architektonische Monumente sind über den ganzen Ort verteilt. So ist das neue Gibellina heute der italienische Ort mit der höchsten Dichte an moderner Kunst in seinen Straßen und Plätzen. Die Bevölkerung fühlt sich in dem modernen, weiträumigen Stadtraum jedoch nicht wirklich wohl: Für 50.000 Einwohner geplant, leben heute in der Stadt nur knapp 4.000 Menschen. Einzelne Bereiche von Gibellina stehen leer und verfallen bereits. Die portraitierte Palme steht als Skulptur vor dem Museum der Stadt, wo auch die Verwitterung schon erkennbar ist.

BND Berlin aus der Serie „Fake Palm Trees“, 2020

Ilford Print ungerahmt, Fotografie aufgezogen

Edition 10 plus 1 AP, 50 × 70 cm

Die Fotografien der „Fake Palm Trees“ Serie (seit 2020) zeigen künstliche Palmen im Stadtraum.

Um Sende-Masten besser in ihr Umfeld einzupassen, werden die Pfähle verkleidet, zum Beispiel als Palmen. Meist ragen sie höher hinauf als die meisten echten Bäume, aber trotzdem sind manche der Antennenbäume erst auf den zweiten Blick zu erkennen. Der erste als Palme getarnte Mobilfunkmast ist 1996 in Kapstadt errichtet worden, im Westen der USA sind sie im Stadtbild allgegenwärtig. Die portraitierte Palme vor dem BND Gebäude in Berlin kann zusätzlich als Referenz auf Abhörmethoden gelesen werden.

Die Stadt Gibellina in Sizilien wurde Ende der 60er Jahre durch ein Erdbeben vollkommen zerstört. Abseits der Ruinen wurde in einer Entfernung von etwa 10 km eine neue Stadt errichtet. In den 1980er Jahren entstand die Planstadt Gibellina Nuova. Zahlreiche internationale Architekten und Künstler unterstützten die Neugründung und stifteten Kunstwerke. Die Künstler entwarfen sie als „ideale Stadt“, ein visionäres Projekt. Entstanden ist eine riesige Sammlung von zeitgenössischer Kunst, 55 Skulpturen und architektonische Monumente sind über den ganzen Ort verteilt. So ist das neue Gibellina heute der italienische Ort mit der höchsten Dichte an moderner Kunst in seinen Straßen und Plätzen. Die Bevölkerung fühlt sich in dem modernen, weiträumigen Stadtraum jedoch nicht wirklich wohl: Für 50.000 Einwohner geplant, leben heute in der Stadt nur knapp 4.000 Menschen. Einzelne Bereiche von Gibellina stehen leer und verfallen bereits. Die portraitierte Palme steht als Skulptur vor dem Museum der Stadt, wo auch die Verwitterung schon erkennbar ist.

Nina Maria Küchler (*1978) in Hamburg

1998 Studium Freie Kunst, HBK Braunschweig

2006 Meisterschülerin HBK Braunschweig

lebt und arbeitet in Berlin und Hamburg.

www.ninamariakuechler.de

Nina Maria Küchlers Arbeiten beschäftigen sich mit der utopischen Idee in Kunst und Architektur und deren gesellschaftspolitischen Antrieb. Gibt es den idealen Lebensraum? Wie könnte er aussehen, und welchen ästhetischen Kriterien müsste er genügen, um nicht nur eine atmosphärisch, sondern ebenso eine sozialpolitisch optimale Wirkung entfalten zu können? Zahlreiche Utopien wurden im Laufe der Zeit entworfen, genauso viele wurden wieder verworfen oder sind sukzessive an der Realität gescheitert. Ihre Spuren finden sich jedoch als Relikte von in Architektur gegossenem Idealismus überraschend häufig in unserem alltäglichen Erleben und bilden, sofern wir sie als solche identifizieren, Reflexionsflächen. Solche Relikte liefern das Ausgangsmaterial, das Nina Maria Küchler in ihren Arbeiten untersucht. Was nach dem Scheitern einer Utopie bleibt, wird zu poetischen Denkräumen. In ihrem künstlerischen Schaffen rückt sie in den Mittelpunkt, was wir meist nur am Rande wahrnehmen, und widmet sich in unterschiedlichen Medien und Techniken der Fassadengestaltung von Bauwerken, die meist mit sozialreformerischem Anspruch entworfen wurden. In vielen von ihnen ist das Ornament dabei nicht nur architektonisches Beiwerk, sondern es wurde in Form von Kunst-am-Bau-Projekten mit künstlerischem Anspruch entworfen. In Nina Maria Küchlers Zeichnungen und Installationen finden sich solche Fragmente als formales Echo wieder.